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Frühjahrsmüdigkeit bei Morbus Crohn: Warum Vollgas jetzt dein größter Fehler ist

Über Erschöpfung, Energie und die eine Regel, die mir nach meinem Darmriss wirklich geholfen hat, schubfrei in den Sommer zu kommen.


Kai schaut nach oben, draußen, Winterlandschaft
Kai Flockenhaus, Coach und Betroffener mit Morbus Crohn, schaut in den Frühlingshimmel, symbolisch für Neuanfang und Energieaufbau bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Der Frühling ist da, die Sonne kommt raus, alle um dich herum drehen auf, und du sitzt da, müde, schlapp, antriebslos, und fragst dich, was eigentlich mit dir nicht stimmt.

Ich kann dir sagen, was mit dir nicht stimmt: gar nichts.

Es ist kein Zufall, dass du gerade so fühlst, sondern es liegt daran, welchen Winter du mit deiner chronischen Erkrankung gerade hinter dir gelassen hast. Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa ziehen Energie auf eine Art, die von außen kaum jemand sieht, und der Frühling macht das nicht einfach weg, nur weil die Temperaturen steigen.

Ich war dieses Jahr selbst überrascht, wie müde ich noch war. Ich bin fit in den Winter gegangen, hatte ein gutes Trainingspensum, und dann kam eine Grippe, und danach war der Tank einfach leer. Nicht halb voll, leer. Und ich musste mich selbst daran erinnern, was ich eigentlich weiß: dass der Körper Zeit braucht, und dass Vollgas aus dem Stand der sicherste Weg in den nächsten Schub ist.

Was du jetzt brauchst, ist kein Vollgas, sondern ein Plan.


Schritt 1: Akzeptanz, und zwar der Schritt, den die meisten überspringen


Ich weiß, Akzeptanz klingt erstmal nach nichts. Nach einem weichen Wort für ein hartes Problem. Aber ich meine das anders.

Akzeptanz bedeutet nicht, dass du aufgibst, sondern dass du dir ehrlich anschaust, wo du gerade wirklich stehst, nicht wo du im Oktober warst, nicht wo du sein möchtest, sondern wo du heute bist.

Du kommst aus einem langen Winter, der dunkel war, kalt war, vielleicht hattest du eine Infektion, vielleicht einen Schub, vielleicht beides. Dein System hat das alles verarbeitet, und jetzt braucht es einen ehrlichen Startpunkt.

Ich sage das auch zu mir selbst immer wieder, weil es mir selbst nicht leicht fällt. Ich bin jemand, der lieber loslegt als wartet, und genau das hat mich vor dem Darmriss immer wieder in Schwierigkeiten gebracht. Inzwischen weiß ich: Wer seinen Startpunkt nicht kennt, kann keine sinnvolle Richtung einschlagen.

Akzeptanz ist Orientierung, keine Niederlage.


Das Lebenshaus
Das Lebenshaus aus dem Schublöschersystem von Kai Flockenhaus, ein Tool zur persönlichen Ist-Situationsanalyse für Menschen mit Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa.

Schritt 2: Keine gefühlten Fakten, sondern echte


Hier wird es konkret, und hier machen wirklich viele Menschen einen Fehler, den ich gut verstehe, weil ich ihn selbst gemacht habe.

Der Frühling kommt, die Energie will zurück, also fängt man an zu supplementieren. Vitamin D hier, Magnesium da, irgendwas mit B-Vitaminen, weil man das irgendwo gelesen hat. Das Gefühl dabei ist gut, man tut ja was. Aber man tut es ins Blaue hinein.

Geh zum Arzt, lass deine Blutwerte bestimmen, und schau dir vor allem vier Werte an, die nach dem Winter bei Menschen mit Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa oft im Keller sind: den Vitamin-D-Spiegel, B12, Ferritin und Eisen.

Das sind keine theoretischen Werte, das ist dein Tank, und wenn du mit einem leeren Tank losrennst, musst du dich nicht wundern, wenn du liegen bleibst.

Neben den Blutwerten lohnt es sich, auch die persönliche Ist-Situation ehrlich anzuschauen, also wo stehst du gerade wirklich, in welchen Lebensbereichen hast du Ressourcen, wo fehlen sie. Dafür habe ich das Lebenshaus entwickelt, das du dir kostenlos als Teil meines Schublöschersystems herunterladen kannst. Es gibt dir einen konkreten Ausgangspunkt, bevor du anfängst zu rennen.

Sammel dich, bevor du losrennst. Das ist der ganze Satz.


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Kai lächelt, Innenraum, Sauna-Atmosphäre
Kai Flockenhaus, systemischer Coach und Morbus Crohn Betroffener, in ruhiger Umgebung, die Erholung und bewusstes Energiemanagement bei CED symbolisiert.

Schritt 3: Die 10-Minuten-Regel, und warum sie mir nach dem Darmriss wirklich geholfen hat


Das ist die persönlichste Empfehlung in diesem Artikel, weil ich sie nicht aus einem Buch habe.

Nach meinem Darmriss war meine Energie begrenzt, nicht als Konzept, sondern als tägliche Realität. Und ich habe schnell gemerkt, dass mein Kopf immer mehr wollte als mein Körper gerade konnte, und dass genau diese Lücke mich immer wieder zurückgeworfen hat. Ich habe einen guten Tag gespürt, habe Gas gegeben, und zwei Tage später lag ich wieder flach.


Also habe ich die 10-Minuten-Regel angewendet.


Die Idee ist simpel: Alles, was du körperlich vorhast, Joggen, Spazierengehen, Training, machst du mit einem Timer von 10 Minuten. Wenn der Timer klingelt, hörst du auf, auch wenn du das Gefühl hast, dass noch mehr geht, vor allem dann.


Du trainierst damit zwei Dinge gleichzeitig: das Anfangen, also überhaupt wieder in Bewegung kommen, und das Aufhören, also Nein sagen bevor dein System die Rechnung schickt.


Nach ein paar Tagen kannst du dann schauen, was passiert. Was macht dein Puls danach, deine Fatigue, dein Darm, dein HRV? Kracht alles runter, oder bleibt es stabil? Wenn es stabil bleibt, hast du deine Baseline heimlich ein Stück nach vorne verschoben, ohne Crash, ohne Rückfall.

Und das ist der entscheidende Punkt: Du fängst nicht wieder bei Null an, weil du bereits jeden Tag 10 Minuten gemacht hast, und auf diesem Fundament kannst du in Ruhe aufbauen.

Vollgas vom Stand führt bei Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa fast immer in neue Symptome, höheren Stress, neue Entzündungswerte, und das haben wir beide schon oft genug erlebt, oder?


Der Frühling ist ein Übergangszeitraum, kein Startschuss


Noch ein Gedanke, den ich dir mitgeben möchte.

Der Frühling fühlt sich kollektiv wie ein Neuanfang an, aber körperlich ist er erstmal ein Übergangszeitraum. Morgens friert es noch, mittags sind es 16 Grad, der Körper reguliert permanent, und das kostet Energie, auch wenn man es nicht bewusst wahrnimmt.

Das ist kein Problem, das ist ein Muster, und Muster kann man erkennen, wenn man genau hinschaut. Wer die saisonalen Rhythmen seines Körpers versteht, kann sich deutlich besser darauf einstellen, und kommt schubfrei durch den Sommer, statt im Mai bereits wieder auf der Couch zu liegen.


Die Natur braucht auch Zeit, um aus einem stillen Winter wieder Leben zu machen.

Dein Körper ist da nicht anders.


Was du jetzt konkret tun kannst


Einen Schritt, nicht fünf.

Schau heute ehrlich an, wo du gerade stehst, und mach dann einen Termin beim Arzt für deine Blutwerte. Den Rest klären wir, wenn du weißt, was wirklich im Tank ist.

Wenn du das Video sehen möchtest, in dem ich über genau diese drei Schritte spreche, direkt vom Spaziergang im Ruhrgebiet aus, dann findest du es hier.


YouTube Thumbnail: Kai draußen im Wald, Text DAUERMÜDE? DIE LÖSUNG!
Kai Flockenhaus spricht im Video über Frühjahrsmüdigkeit bei Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa, mit drei konkreten Schritten für mehr Energie im Frühling.


Und wenn du magst, schreib mir, wie es dir gerade geht. Ich lese das.

Hab einen herrlich schubfreien Tag.

Dein Kai 🧯


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Dringender Hinweis: Bitte beachte, dass die in diesem Artikel geteilten Informationen und Inhalte ausschließlich der Bildung und persönlichen Weiterentwicklung dienen und keinesfalls professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen. Ich bin kein Arzt und meine Inhalte sind nicht dazu bestimmt, eine Form von Krankheiten oder gesundheitlichen Zuständen zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern. Für medizinische Beratung oder Behandlungen wende Dich bitte an Deinen Arzt oder einen qualifizierten Gesundheitsdienstleister. Alle geteilten Erfahrungen und Ratschläge reflektieren meine persönliche Meinung und sind als Inspiration und Austausch von Perspektiven gedacht. 

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