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Wandern mit Morbus Crohn: 14 Kilometer um den Düsseldorfer Flughafen

Kai Flockenhaus mit Rucksack auf einer Straße nahe dem Düsseldorfer Flughafen, winkt einem startenden Flugzeug

Es gibt Dinge, die klingen nach nichts. 14 Kilometer wandern, zum Beispiel. Für die meisten Menschen ist das ein entspannter Sonntagnachmittag: ein bisschen Natur, ein bisschen Bewegung, danach vielleicht Pizza.

Für mich ist das eine große Hausnummer. Und ich sage das nicht, um Mitleid zu bekommen, sondern damit du verstehst, wo ich herkomme, und vielleicht erkennst, wo du selbst gerade stehst.

2018 hatte ich einen Darmriss, den ich knapp überlebt habe. Aggressiver Morbus Crohn, Intensivstation, das volle Programm. Und irgendwo zwischen damals und heute liegt diese Strecke hier, 14 Kilometer um den Düsseldorfer Flughafen, mit einer Trinkblase

auf dem Rücken, Porridge im Bauch und einem Plan im Kopf. Kein Hobby, sondern Werkzeug


Ich laufe nicht, weil ich es cool finde oder weil ich Flugzeuge schön finde. Das natürlich auch, aber: Ich laufe, weil ich meinen Körper immer wieder an Belastung gewöhnen muss, weil ich merken will, wo meine Grenzen sind, und weil ich sie verschieben will, Kilometer für Kilometer.

Die Strecke rund um den Düsseldorfer Flughafen ist dabei für mich so etwas wie ein Trainingspartner. Ich kenne sie, ich weiß was mich erwartet, und genau das ist für Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa ein unterschätzter Faktor. Nicht die Unbekannte reizt mich hier, sondern die Wiederholung. Das Messen und das Vergleichen.

Beim letzten Mal war Kilometer 10 mein Problem. Energieabfall, schwere Beine, alles auf einmal. Dieses Mal: geht. Das Training wirkt. Und dieser Moment, wenn du merkst, dass der Körper gelernt hat, der ist unbezahlbar.


Planung ist nicht das Gegenteil von Freiheit


Ich höre manchmal, dass Planung das Spontane tötet. Bei Menschen mit CED ist Planung das Einzige, was Spontanität überhaupt erst ermöglicht. Das klingt paradox, ist es aber nicht.

Als ich diese Route das erste Mal gelaufen bin, habe ich das Flughafenterminal bewusst als Haltepunkt eingeplant. Nicht weil ich eine Kaffeepause brauchte, sondern weil ich einen Anlaufpunkt brauche, eine Toilettenstation, einen Punkt auf der Strecke, bis zu dem ich weiß: Das schaffe ich, danach schaue ich weiter.


Der geplante "Starbucks" war inzwischen ein "Coffee Fellow" geworden. Ich habe kurz auf das Schild geschaut, bin reingegangen, habe einen Bagel mit Avocado gegessen und gedacht: passt. Wer mit Morbus Crohn unterwegs ist, lernt irgendwann, dass der die Energiezufuhr wirklich schwierig zu planen ist.


Das Hinsetzen war übrigens ein Fehler. Schlagartig müder, die Augen wurden schwer. Lesson learned für das nächste Mal: Pause ja, Couch-Modus nein.


Was mir kein Arzt je erklärt hat


Ich habe lange nicht verstanden, warum die Laufcommunity so auf Trinkblasen schwört. Dann habe ich es ausprobiert, und ich habe es verstanden.

Wenn du aus einer Flasche trinkst, trinkst du in Schüben. Du hältst an, du kippst rein, der Darm merkt es. Gerade bei längeren Touren, und mit längeren Touren meine ich für mich alles über acht Kilometer, ist das kontraproduktiv. Der Darm kommt in Bewegung, und dann hast du ein Problem.

Eine Trinkblase erlaubt dir kleine Schlucke, kontinuierlich, ohne Pause, ohne Reizung. Der Darm bleibt ruhig, du bleibst in Bewegung. So einfach ist das. Und gleichzeitig ist es wieder so ein Ding, das dir kein Arzt sagt und das in keiner Leitlinie steht, das du dir selbst erarbeiten musst, durch Ausprobieren, durch Fehler, durch Kilometer.


Das Frühstück entscheidet die Tour


Porridge mit Apfelmus und Zimt. Das ist meine Lösung für solche Tage. Kein Geheimrezept, keine Wunderkur, einfach die Erkenntnis nach vielen Versuchen: Damit ist mein Darm ruhiger, und ich muss nicht alle drei Minuten auf die Toilette.

Das klingt banal. Ich weiß. Aber stell dir mal vor, wie sich das anhört für jemanden, der noch am Anfang steht, der noch nicht weiß wie sein Körper reagiert, der jedes Mal vor dem Weggehen Angst hat weil er nicht weiß was kommt. Dieses Wissen, auch so eine Kleinigkeit, ist Gold wert.

Die Vorbereitung beginnt nicht auf dem Wanderweg. Die Vorbereitung beginnt am Frühstückstisch.


Was 14 Kilometer wirklich bedeuten


Kai Flockenhaus lächelnd mit Sonnenbrille und Deuter-Rucksack nach einer 14-Kilometer-Wanderung mit Morbus Crohn

Als ich wieder am Auto stand, angelehnt im Kofferraum, die Schuhe staubverkrustet wie nach einem Dreckrennen, da war da dieses Gefühl, das ich schwer beschreiben kann. Nicht Stolz, das klingt zu groß. Eher Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass das alles geht. Dass ich nach einem Darmriss, nach Jahren im Schub, nach allem, was Morbus Crohn mir abgenommen hat, immer noch 14 Kilometer um einen Flughafen laufen kann, Flugzeuge anschauen, einen Fuchs am Rand sehen, und dabei denken: Das hier ist meins.


Das ist nicht selbstverständlich. Das ist das Ergebnis von jahrelanger Arbeit, von Systemen die ich mir gebaut habe, von kleinen Experimenten und ehrlichen Rückschlägen.


Condor-Flugzeug auf dem Vorfeld des Düsseldorfer Flughafens, aufgenommen während einer Wanderung mit Morbus Crohn

Ich zeige dir das nicht um zu sagen: schau wie toll ich bin. Ich zeige es dir, damit du weißt, es geht. Nicht für jeden genauso, nicht in denselben Kilometern, nicht mit denselben Mitteln. Aber es geht, wenn du anfängst, von da, wo du bist.

Vielleicht ist dein erster Kilometer ein Kilometer. Das ist kein Rückschritt, das ist dein Startpunkt. Was wäre der?


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Ich habe dich auf der ganzen Strecke mit meiner Kamera mitgenommen, schau selbst:



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Hab einen herrlich schubfreien Tag.

Dein Kai 🧯


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Dringender Hinweis: Bitte beachte, dass die in diesem Artikel geteilten Informationen und Inhalte ausschließlich der Bildung und persönlichen Weiterentwicklung dienen und keinesfalls professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen. Ich bin kein Arzt und meine Inhalte sind nicht dazu bestimmt, eine Form von Krankheiten oder gesundheitlichen Zuständen zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern. Für medizinische Beratung oder Behandlungen wende Dich bitte an Deinen Arzt oder einen qualifizierten Gesundheitsdienstleister. Alle geteilten Erfahrungen und Ratschläge reflektieren meine persönliche Meinung und sind als Inspiration und Austausch von Perspektiven gedacht. 


Inhalt und Erfahrungen von Kai Flockenhaus, mit KI-Unterstützung verschriftlicht.





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