Hitze und Durchfall bei CED: Das Ernährungs-System, das bei mir endlich funktioniert
- Kai von "Ich und mein Crohn"

- vor 1 Stunde
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Draußen knapp 30 Grad, drinnen im Büro nicht viel weniger, und nachts im Schlafzimmer auch noch 26 Grad. Wenn du eine chronisch entzündliche Darmerkrankung hast, kennst du dieses Gefühl, das sich bei so einem Wetter einschleicht. Dieses leise Unsicherheitsgefühl, das fragt, ob der Darm heute mitspielt, ob du es rechtzeitig zur Toilette schaffst, ob die Hitze der nächste Trigger für einen Schub wird. Ich frage das auf Instagram regelmäßig in die Runde, und die Antworten reichen von „Ich komme gut klar“ bis „Ich gehe gerade in den nächsten
Schub“. Ich kann dir ehrlich sagen, wo ich gerade stehe, und ich klopfe dabei auf Holz, denn ich bin seit fast zwei Wochen komplett durchfallfrei, trotz Hitze, trotz Schwitzen, trotz schlechtem Schlaf. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis davon, dass ich meine Ernährung in den letzten Jahren immer wieder beobachtet habe, in Tagebucheinträgen festgehalten habe, Muster erkannt habe, und dieses Mal konsequent danach gehandelt habe.
Wir sind Gewohnheitstiere, aber Resilienz heißt anpassen

Resilienz zu trainieren, ist seit dem Darmriss eines meiner großen Themen: mich blitzartig auf neue Bedingungen einstellen zu können, statt stur an dem festzuhalten, was im Winter funktioniert hat. Meine normale Routine sieht so aus: drei feste Mahlzeiten, die letzte zwei Stunden vor dem Schlafen, damit der Magen leer ist, wenn ich ins Bett gehe. Diese Routine läuft auch auf Reisen, sie ist eingespielt. Aber bei dieser Hitze musste ich sie über Bord werfen, denn in meinen Aufzeichnungen aus den letzten Jahren stand immer wieder dasselbe Muster: Kalte Getränke und deftiges Essen am Mittag haben mir bei großer Hitze zuverlässig Durchfall eingebracht.
Also habe ich gemacht, was ich auch meinen Coaching-Klienten immer sage: Alles, was funktioniert, darf bleiben, alles, was nicht funktioniert, fliegt raus. Und was bei mir funktioniert, muss bei dir nicht funktionieren, das ist immer individuell. Aber hinschauen lohnt sich für jeden.
Kleine Portionen statt drei großer Mahlzeiten
Ich bin zurückgegangen zu dem, was man mir früher beim Kurzdarm-Syndrom beigebracht hat, viele kleine Portionen über den Tag verteilt, statt drei große Mahlzeiten. Verdauung kostet Energie, sie erzeugt selbst Wärme im Körper, und wenn dein System ohnehin schon mit Kühlung beschäftigt ist, willst du es nicht noch mit einer großen Mahlzeit zusätzlich aufheizen.
Mein Morgen-Fahrplan
Nach einer warmen Nacht, in der ich richtig viel Flüssigkeit und Salze verloren habe, beginnt mein Tag nicht mit festem Essen, sondern mit Elektrolyten direkt nach dem Aufstehen. Erst gegen 8 oder 9 Uhr kommt der erste richtige Nährstoff-Kick, ein Protein-Shake aus Sojamilch, Proteinpulver und Flohsamenschalen, den ich mit an den Arbeitsplatz nehme. So bekommt mein Körper morgens Flüssigkeit, Ballaststoffe und Protein, ohne dass der Magen direkt komplett voll ist.
Gegen Mittag gibt es pflanzlichen Skyr mit gepufftem Amaranth und Heidelbeeren oder einer TK-Beerenmischung. Haferflocken sind mir aktuell zu schwer für den Darm, da muss zu viel gearbeitet werden, gepuffter Amaranth dagegen ist leicht verdaulich, ballaststoffreich und liefert sogar noch Eisen. Diese Schale bringt mir zusätzlich 20 bis 25 Gramm Protein, und danach falle ich nicht in dieses typische Hitze-Koma, das einen mittags komplett lahmlegt. Zwischendurch noch eine Banane oder eine Handvoll Cashews, das war's tagsüber an festem Essen.
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Grillen erst, wenn die Sonne weg ist

Der eigentliche Umbruch ist aber das antizyklische Essen. Tagsüber nur Leichtes, und erst wenn die Sonne untergeht und es abkühlt, kommt die Hauptmahlzeit. Dann packen wir den Grill aus, pflanzliches Grillgut, dazu Salate, und wir füllen auf, was über den Tag noch fehlte. Am Anfang hatte ich Angst, dass ich so nie meine Kalorien zusammenbekomme, aber mir war wichtig, dass ich auf mein Protein und meine Ballaststoffe komme, und das hat funktioniert.
Das Ergebnis spricht für sich, eine komplett andere Morgenverdauung, kein Durchfall, kein Grummeln, keine lästigen Blähungen. Ich bin kraftvoller, obwohl mich die Hitze an sich genauso zerrt wie jeden anderen auch.
Das ist Schublöscher-Arbeit, bevor es brennt
Wenn ich das durch mein Schublöscher-System denke, dann ist genau das hier Phase 1, die Vorbeugung. Ich warte nicht, bis es brennt, sondern ich stärke jetzt aktiv mein Fundament, also meine Beziehung zu meinem Körper und die Kommunikation mit ihm, bevor die Hitze sie auf die Probe stellt. Die Ernährungsumstellung ist kein Zufallstreffer, sondern genau das Werkzeug, das in dieser Phase gefragt ist. Ich teste, was mir guttut, und trainiere damit meine Resilienz, also mein Dach, für den Fall, dass es doch mal kritisch wird.
Das ist der Unterschied zwischen Feuer löschen und Feuer verhindern. Und genau deshalb lohnt sich der Blick auf dein eigenes Lebenshaus jetzt, im Sommer, nicht erst, wenn der nächste Schub schon da ist.

Der 2-Tage-Check, wenn du etwas verändern willst
Oft ändern wir solche Essroutinen nicht, weil wir Angst haben, dass es nach hinten losgeht oder wir dann nicht mehr funktionieren. Aber gerade jetzt befindet sich dein Körper in einer echten Ausnahmesituation, das ist keine Einbildung, das ist real, und dein Körper leistet gerade etwas Außergewöhnliches, um dich überhaupt kühl zu halten. Wenn du etwas an deiner Routine änderst, beobachte einfach die ersten zwei Tage ganz genau. Wie reagiert dein Körper, wie ist deine Morgenverdauung, wie viel Energie hast du beim Aufwachen.
Ich trinke aktuell etwa drei Liter am Tag, meide aber alles Eiskalte, denn der Kältereiz zusammen mit Fett ist für einen CED-Darm bei dieser Hitze oft direkt der Weg zum nächsten Durchfall. Anpassung ist für mich kein Zeichen von Schwäche, sondern gerade jetzt mein wichtigstes Werkzeug.
Wie viel Prozent zeigt dein innerer Akku heute Morgen nach dem Frühstück, und was würde sich ändern, wenn du deine Routine genauso konsequent hinterfragst wie ich meine gerade?
Hab einen herrlich schubfreien Tag.
Dein Kai 🧯
Inhalt und Erfahrungen von Kai Flockenhaus, mit KI-Unterstützung verschriftlicht.







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