Center Parcs Hochsauerland mit Morbus Crohn: Wie ich 36 Grad ohne Klimaanlage überstanden habe
- Kai von "Ich und mein Crohn"

- 14. Juli
- 4 Min. Lesezeit

36 Grad, kein Wölkchen am Himmel, und ich stehe vor einem Center-Parcs-Haus ohne Klimaanlage, mit Morbus Crohn im Gepäck. Ich muss ehrlich zugeben, ich hatte vorher richtig Bammel. Ich habe dir ja schon von sieben Tagen Erperheide berichtet, aber noch nie waren wir im Hochsommer unterwegs, und noch nie bei einer Hitze, die einem im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen wegzieht. Dieses Mal ging es ins Center Parcs Hochsauerland, ins 2er VIP-Haus 309, und ich nehme dich mit durch drei Tage, die am Ende anders liefen, als ich befürchtet hatte.
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Warum ich vor diesem Wochenende richtig Respekt hatte
Wenn du mit Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa lebst, kennst du das Prinzip, Hitze ist kein Wetterphänomen, Hitze ist ein Stressfaktor, und Stress führt bei uns sehr schnell zu Entzündung. Die Niederlande und Belgien kennst du vielleicht auch aus meinem Erperheide-Bericht, dort haben viele Center Parcs Häuser Flachdächer, ohne Klimaanlage, und ich hatte im Kopf schon durchgespielt, wie das bei über 35 Grad wohl wird. Draußen eine Wand aus Hitze, drinnen theoretisch keine Erholung, und für einen chronisch kranken Körper ist das keine gute Kombination.
Das Haus, das eigentlich gar kein Bungalow ist
Und dann kam die Überraschung. Das Hochsauerlandhaus hat kein Flachdach, sondern ein richtiges, hohes Dach, mit entsprechend hohen Decken innen, und genau das hat den Unterschied gemacht. Draußen 36 Grad, drinnen angenehm kühl, ganz ohne Klimaanlage, nur mit einem mitgebrachten Ventilator und einem Luftreiniger, die wir am Ende kaum gebraucht haben. Ich habe mit meiner Frau danach noch überlegt, dass unser Bungalow in Erperheide bei dieser Hitze vermutlich eine ganz andere Nummer gewesen wäre. Hier war es wirklich aushaltbar, die Nächte waren in Ordnung, und ich habe so gut geschlafen wie lange nicht mehr.
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65 Euro, die keine Luxusentscheidung waren
Center Parcs verkauft die Möglichkeit, dein Haus selbst auszuwählen, natürlich als nettes Extra. Für mich war das aber keine Spielerei, sondern eine bewusste Entscheidung. Ich wusste, das Wetter ist unbeständig, ich wusste, ich will nicht bei Gewitter quer durch den Park laufen müssen, und deshalb haben wir die 65 Euro bezahlt, um ein Haus nahe am Market Dome zu bekommen. Genau das ist für mich der Punkt, den viele beim Thema Luxus falsch verstehen. Luxus ist bei uns nicht Whirlpool und Sauna, Luxus ist Planbarkeit. Wenn du chronisch krank bist, kaufst du dir mit so einer Entscheidung keinen Komfort, du kaufst dir Energie, die du nicht für unnötige Wege verschwenden musst. Das war im Prinzip die gleiche Überlegung wie beim Late Checkout, den ich dir in Erperheide schon vorgestellt habe, keine 60 Euro, sondern eine medizinische Entscheidung. Nebenbei ist mir aufgefallen, dass unser Haus im Bad so großzügig geschnitten ist, dass es sich problemlos mit Rollstuhl oder Rollator befahren lässt. Der ganze Park ist übrigens auch draußen barrierefrei, du kommst mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen überall hin.

Der Market Dome und die Sache mit der Hitze
Ganz anders sah es im Market Dome aus, dem überdachten Herzstück des Parks mit Restaurants und Läden. Dort war es an beiden Tagen tropisch warm, und ich habe wirklich nicht verstanden, wie Menschen dort in Ruhe essen konnten. Man hat gesehen, wie sich alle mit irgendetwas Luft zufächelten, während sie mit ihrem Essen kämpften. Das ist der Punkt, an dem ich als Coach kurz aus meiner Urlaubsrolle rausgehe und sage, was ich denke. Wenn du chronisch krank bist, ist so eine Hitze kein Komfortproblem, sondern ein handfestes Risiko, weil aus Kreislaufstress bei uns sehr schnell ein Schub werden kann. Wir haben deshalb den Biergarten draußen genutzt, und wären ohne den vermutlich komplett ausgewichen und hätten uns selbst versorgt.

Alltag zwischen Rewe-Regal und Höhenmetern
Ein kleiner Moment, der mich amüsiert hat: Der Supermarkt im Park ist ein ganz normaler Rewe, mit den gleichen Sachen, die ich auch zu Hause kaufen kann. Keine holländischen Chips, kein belgisches Radler, dafür aber humane Preise. Ein Essen mit Getränken für zwei hat uns 41 Euro gekostet, in Belgien sind wir dafür nie unter 60 Euro rausgekommen, das kennst du ja schon aus meinem Bericht dort. Der Park selbst liegt sehr hügelig im Sauerland, wir sind zum längsten Spielplatz Europas hochgelaufen, und die Höhenmeter haben mir weniger ausgemacht, als ich erwartet hatte.
Mein Fazit
Dieser Park hat bei uns einen ziemlich sicheren Platz unter den Favoriten erobert, direkt neben Erperheide. Kein richtiger Zaun am Rand, jeder aus der Region kann durchspazieren, und ausgerechnet hier ist von Abschottung nichts zu spüren. Für ein Wochenende inklusive Hausauswahl haben wir rund 600 Euro bezahlt, das darfst du für dich selbst bewerten. Ich würde diesen Bungalow, der eigentlich ein Haus ist, jederzeit wieder buchen.
Was das mit deinem Lebenshaus zu tun hat
Wenn ich zurückblicke, war der eigentliche Unterschied zwischen einem stressigen und einem entspannten Urlaub nicht das Haus, nicht der Whirlpool, nicht mal die Hitze. Es war, dass ich vorher schon Entscheidungen getroffen habe, die mir während der Hitze den Kopf freigehalten haben. Genau darum geht es in meinem Schublöscher-System, nicht darum, im Schub zu reagieren, sondern vorher schon die Räume deines Lebenshauses so zu ordnen, dass du gar nicht erst in die Enge gerätst. Wenn du merkst, dass du im Alltag ständig nur noch löschst statt zu planen, begleite ich dich gerne, von der Überforderung in die Selbstbestimmung.
Welcher Urlaub passt am besten zu deiner CED?
Hab einen herrlich schubfreien Tag.
Dein Kai 🧯
Inhalt und Erfahrungen von Kai Flockenhaus, mit KI-Unterstützung verschriftlicht.







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